Dahoam in der UNESCO-Welterbe Region Neusiedler See

In Zeiten, wo es nicht so einfach ist, im Ausland seine Urlaub zu verbringen, lernt man erst das Eigene zu schätzen. Mit dem UNESCO-Welterbe Neusiedler See befindet sich eine einzigartige Naturlandschaft im Norden des Burgenlandes direkt vor meiner Haustür. Am Rande dieser Region liegt mit der Altstadt von Rust das Herzstück des Welterbes.

Im Sommer beginnt der Tag im östlichsten Bundeslandes von Österreich bereits vor 5:00 Morgens, dann, wenn sich die rote Scheibe der Sonne über den Horizont steigt. Bis auf einige wenige Schwäne, Enten und Möwen schläft zu dieser Zeit noch alles in und um die Ruster Bucht.

Zentrum der Welterbestätte ist der Neusiedler See. Der Steppensee mit seinem ausgedehnten Schilfgürtel und seinem niedrigem Wasserstand ist einzigartig in Europa. Als einzig namhafter Zufluss versorgt die Wulka, kommend vom Rosaliagebirge , den See. Den Großteil seines Wassers bezieht er jedoch aus den Niederschlägen. Vor allem während der heißen Sommermonaten kann es vorkommen, dass der Wasserspiegel beträchtlich sinkt.

Nicht nur für den Menschen stellt der See ein Paradies dar. Auch den Tieren gefällt es vor allem im dichten Schilfgürtel.

Eine Besonderheit in diesem Teil des Sees stellen die Seehütten dar. In den letzten Jahrzehnten entstanden außerhalb der Rusterbucht im Schilfgürtel unzählige Bauten, welche auf Stelzen errichtet wurden. Diese sind nur mit Booten zugänglich und deshalb im Winter nicht bewohnbar.

Vor allem im Sommer zählt das Strandbad zu den Hotspots des Burgenlandes. Vor allem Badegäste, Segler aber auch Liebhaber des guten Essens kommen hier auf ihren Geschmack.

Der Neusiedler See entwickelte sich über die Jahrhunderte zum kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum des Nordburgenlandes. Rund um den See entstand eine eigene Mentalität – was zum Teil auch daran lag, dass es sich hierbei immer um ein Grenzgebiet handelte und der Wein im Mittelpunkt stand. Historische Gemeinden um den Steppensee waren bzw. sind u.a. Purbach, Neusiedl am See oder die Freistadt Rust.

Die Freistadt Rust hat eine bewegende Zeit hinter sich und blickt auf eine rd. 700 Jahre alte, nachgewiesene Geschichte zurück. Vor allem entwickelte sich die Seegemeinde ab dem 15. Jahrhundert zu einer blühenden Stadt. So wurde ihr 1470 das Marktrecht verliehen und ab 1512 die erste Befestigungsanlage errichtet. Innerhalb dieser Wehrmauern entstanden prachtvolle Gebäude und verwinkelte Gassen.

Zentrum des regen Treibens in Rust war seit jeher der Rathausplatz, gelegen zwischen der evangelischen und katholischen Kirche. Hier findet jedes Jahr im Sommer die Ruster Weinwoche statt. Seit geraumer Zeit zählt der Wein aus Rust zu den besten Österreichs, wenn nicht Europas – und das bereits seit Jahrhunderten. Der Ruster Ausbruch ist an dieser Stelle zu erwähnen. Dadurch, das seit jeher Spitzenweine in Rust produziert wurden, konnte es sich 1649 die damalige Marktgemeinde leisten, sich von den Verpflichtungen, welche an die Grundherren zu leisten waren, freizukaufen und erhielten in diesem Zusammenhang den Status einer Freistadt.

Noch heute leben viele Bewohner der Gemeinde vom Weinbau und führen zusätzlich einen Heurigen. Daneben existieren noch diverse andere Gewerbe und Handwerken innerhalb der alten Steinmauern. Jedoch wird es stark von der Gastronomie dominiert.

Ein ganz spezieller Vogel steht symbolisch für die Stadt: der Storch. Zahlreiche Brutpaare beziehen Jahr für Jahr ihre Nester auf den Dächern der Häuser. Am Morgen, wenn der Tag erwacht, hört man immer wieder das geklappert der Störche.

Der Neusiedler See ist für viele Gemeinden um und am Steppensee wichtig – sowohl in den Bereichen Wirtschaft und Tourismus. Natürlich gibt es neben Rust noch viele weitere Städte um den Neusiedler See, jedoch kaum eine andere weist eine ähnliche Geschichte auf wie diese und ist immer einen Besuch wert – auch früh am Morgen.

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